Wasser für Bolivien

Die Quäker engagieren sich seit Jahren in Bolivien, um Menschen in ländlichen Regionen mit ausreichend Wasser zu versorgen. Eigens dafür haben die Quäker den sogenannten „Quaker Bolivia Link“ gegründet, durch den alle Projekte betreut und organisiert werden. Denn in Bolivien geht es um viel: eine ganze Bevölkerungsgruppe mit eine Wasser- Infrastruktur zu versorgen.

 

Um dies zu erreichen, gehen die Quäker in die ländlichen Regionen und Dörfer, um dort Wasserleitungen zu installieren. Denn Wasser bedeutet Leben, nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Pflanzen auf den Feldern und die Tiere, auf die die Menschen angewiesen sind. Vielerorts gibt es nur einen Brunnen und Menschen und Tiere nutzen eine gemeinsame Wasserstelle. Dies führt oft zu gesundheitlichen Problemen. Durch die Installation von Wasserleitungen und die strikte Trennung von Wasser für Menschen, Tiere und Felder, wird nicht nur die hygienische Situation in den Dörfern verbessert, auch die Lebensqualität nimmt zu.

Dorfbewohner verlegen Wasserrohre

Die Dorfbewohner sind mit großem Engagement am Werk und lernen, wie sie die Installationen selbst in Stand halten können. Denn es reicht nicht, einfach nur Wasser-leitungen zu legen oder Brunnen zu bohren. Der Erfolg der Projekte beruht vor allem darauf, dass die Fähigkeiten und Kräfte in der Dorfgemeinschaft geweckt werden und alle Verantwortung übernehmen. Ein Komitee plant und überwacht die Ausführung und sorgt später für die dauerhafte Instandhaltung. So verändert das gemeinsame Arbeiten auch das Miteinander der Menschen in den Dörfern.

 

„Wir haben mehr Respekt voreinander und neue Zuversicht gewonnen. Die Menschen in unserer Gemeinde sind viel fröhlicher und optimistischer geworden! Deshalb feiern wir jetzt jedes Jahr das Wasserfest aus Freude über das, was wir gemeinsam geschafft haben“, strahlt Petrona Apaza, eine Frau aus dem Dorf Chojnoko.

 

Auch die Regionalbehörden sind daran interessiert, die Infrastruktur in den Dörfern zu verbessern. Denn nur dann sehen auch junge Menschen eine Zukunft in ihren Dörfern und wandern nicht in die Großstädte mit hoher Arbeitslosigkeit aus. Da den Behörden jedoch meist die Mittel und Experten fehlen, um die Infrastruktur zu verbessern, kooperieren sie mit den Quäkern und unterstützen die Projekte des Quaker Bolivia Link.

 

Mittlerweile bewerben sich ganze Dorfgemeinschaften für die Projekte, denn der große Erfolg hat sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda schnell herumgesprochen. In ganz Bolivien sind die Quäker aktiv und versuchen, so vielen Dorfgemeinschaften wie nur möglich zu helfen und mit den lokalen Regierungen daran zu arbeiten, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern.

 

Der Quaker Bolivia Link ist ein Projekt, dass im ganzen Land versucht, Menschen zu helfen und nicht nur auf eine Region beschränkt ist. Der Erfolg führt dazu, dass Lokalregierungen aktiv mitarbeiten und die Menschen selbst sich für eine Förderung bewerben – eine fast beispiellose Erfolgsgeschichte für eine Hilfsorganisation, zumal eine so kleine wie die Quäker. Und auch ein wunderbares Beispiel für „Hilfe zur Selbsthilfe“, die wirklich nachhaltig und langfristig hilft.

Ein Fallbeispiel: Das Dorf Villa Puchini

Als Maria 12 Jahre alt war, lebte sie mit ihren fünf jüngeren Geschwistern im Dorf Villa Puchini. Ihre Eltern waren Kleinbauern. Sie hielten ein paar Lamas und Schafe und bauten Kartoffeln, Quinoa und Gerste an. Wenn aufgrund der oft extremen Wetterbedingungen die Ernte nicht so gut ausfiel, war das Essen knapp. Maria lief an jedem Wochentag zusammen mit ihrem Bruder Luis zweieinhalb Stunden ins Nachbardorf zur weiterführenden Schule. Ihre anderen jüngeren Geschwister können zur 15 Minuten entfernten Grundschule im Dorf gehen. Wenn Maria endlich wieder von der Schule zurück war, musste sie ihrer chronisch kranken Mutter im Haushalt und auf den Feldern helfen. Auch das Trinkwasser für die Familie mussten die Kinder noch mühsam von einem Bach heranschleppen, der aber wegen der unregelmäßigen Regenfälle oft austrocknete. Dann mussten die Kinder noch weiter laufen, zudem war das Wasser oft verschmutzt und führte zu Durchfällen und anderen Erkrankungen.

Ein Mädchen putzt sich die Zähne

Seitdem die Quäker dem Dorf dabei halfen, eine eigene Wasserversorgung zu bauen, hat sich das geändert: Maria hat mehr Zeit für die Hausaufgaben und kommt in der Schule viel besser mit. Marias Vater, Pedro Machaca, ist Mitglied der Selbsthilfegruppe, die sich bei ihrem Bezirksrat für eine Wasserversorgung für ihr Dorf eingesetzt hat. Da der Bezirk selber nicht genug Geld für solche Maßnahmen zur Verfügung stellen konnte, nahm der Bezirksrat Kontakt zum den Quäkern vom Quaker Bolivia Link auf. Die technisch geschulten Mitarbeiter der Quäker konnten dann zusammen mit den Dorfbewohnern die Wasserversorgung planen und bauen. Gleichzeitig schulten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Quaker Bolivia Link die Dorfbewohner in Hygiene und krankheitsvorbeugenden Maßnahmen und zeigten ihnen, wie sie ihre Wasserversorgung selber instand halten und reparieren können.

 

Jetzt stehen Wasserhähne vor jedem der 27 Häuser im Dorf. Insgesamt 100 Menschen profitieren vom Zugang zu sauberem Wasser, das aus einer Tiefe von ca. 4 Metern hochgepumpt und auch bei längeren Trockenzeiten weiter fließen wird.

 

 

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