Dadaab

Somalische Flüchtlinge in Kenia

Die Quäker bieten ein Programm zur Trauma-Bewältigung für Flüchtlinge an. Viele von ihnen haben in ihrer Heimat oder auf der Flucht Schlimmes erlebt. Einige von ihnen haben mit ansehen müssen, wie Menschen umgebracht oder ihnen andere Grausamkeiten angetan wurden. Den Flüchtlingen zu helfen, sowohl körperlich als auch psychisch wieder zu gesunden, das sind die erklärten Ziele der Quäkerarbeit in den Camps.

Adbis Geschichte

Abdi hat am Antigewaltprogramm der Quäker teilgenommen

Ich wurde in Somalia geboren. Jeden Tag starben in meinem Land Menschen durch gewalttätige Auseinandersetzungen. Meine Familie verließ Somalia. Wir fürchteten um unser Leben, als das Militärs immer mehr wütete und mordete. Im Flüchtlingscamp in Kenia gehörte ich zu den Glücklichen, die an dem Gewalt-Vermeidungs-Training der Quäker teilnehmen durften. Dieses Programm hat mein Leben total verändert. Konflikte durch Reden und Zuhören zu lösen, habe ich in meiner Heimat nicht gelernt. Früher wurde ich schnell aggressiv, heute bleibe ich ruhig und kann inzwischen auch sehr gut zuhören.
Hier habe ich gelernt, wie ich all das Grausame und die Gewalt, die ich erlebt und erfahren habe, verarbeiten kann. Dadurch hat sich auch meine Beziehung zu den Menschen, mit denen ich zusammen lebe, verändert. Es hat mich überrascht, ja schockiert, als ich feststellte, wie wichtig Zuhören sein kann.

 

Ich habe Zuhören nie als Teil eines Austauschs verstanden. Durch das Gewalt-Vermeidungsprogramm wurde mir immer stärker klar, dass wir mit diesem Wissen auch wieder zurück nach Somalia gehen können. Es liegt an uns selbst, den Frieden in Somalia wieder herzustellen. Wir danken den Quäkern, dass sie Möglichkeiten gefunden haben, um dieses wunderbare Projekt zu finanzieren und wir wünschen uns, dass dieses Projekt nach Somalia ausgedehnt wird. Es wird uns helfen, Frieden nach Somalia zu bringen, wenn die Menschen verstehen lernen, wie wichtig es ist, einander zuzuhören und sich zu respektieren.

Halimas Geschichte

Halima gelingt es dank des Antigewalttrainings besser mit ihrer Situation umzugehen

Ich komme aus einem zerrissen Land. Frieden habe ich nie kennengelernt. Ich verlor meinen Vater. Meine Mutter konnte es nicht länger ertragen, dass wir alle so viel Leid erfahren mussten. Also flohen wir nach Kenia. Wir wussten, mein Vater war ermordet worden, und hätte ich die Gelegenheit gehabt, ich hätte ihn gerächt. Doch während meiner Zeit im Flüchtlingslager änderten sich meine Gefühle, da ich das Glück hatte, an einem Gewalt-Vermeidungs-Training der Quäker teilzunehmen. Dadurch fing ich an, auf Situationen in meinem Leben anders zu reagieren. Ich verstand, dass Rache nicht der richtige Weg ist, wenn es um Gerechtigkeit geht, weil meine Feinde dann wieder mit Rache reagieren.

Ich habe gelernt, meine Gefühle besser zu verstehen und sie so mitzuteilen, dass bei anderen keine negativen Gefühle ausgelöst werden. Dies hilft mir sehr beim Umgang mit Konflikten. Ich habe auch verstanden, wie wichtig Zuhören ist. Dabei geht es nicht nur um die Worte, die gesagt werden, sondern auch um Aufmerksamkeit, Geduld, Gefühl, Verständnis und um Mut. Ich lernte, dass Gewalt oft mit einem geringen Selbstwertgefühl zu tun hat und mit der Unfähigkeit des Täters sich mit Worten auszudrücken. Eine Person kann völlig zu Recht verärgert sein, doch sie weiß einfach nicht, wie sie die Situation verändern kann, die sie so verärgert hat.

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