Burundi

Burundi liegt wirtschaftlich am Boden und ist laut Welthungerindex das am stärksten von Hunger betroffene Land der Welt. Nach sieben Jahren Bürgerkrieg wurde im Jahr 2000 das Friedensabkommen von Arusha geschlossen. Doch die Folgen des Krieges sind bis heute nicht überwunden. Das ostafrikanische Land ist politisch instabil und die Lage der Bevölkerung ist noch immer schlechter als in der Zeit vor Ausbruch der Gewalt.
Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller: “Burundi droht in eine Gewaltspirale abzurutschen, weil die Regierung demokratische Prinzipien missachtet und selbst vor Folter politischer Gegner nicht zurückschreckt.“

 

Ähnlich wie das benachbarte Ruanda war Burundi lange Zeit von einem Konflikt zwischen zwei Bevölkerungsgruppen, der Tutsi-Minderheit und der Mehrheit der Hutu, geprägt. In Burundi wurde die Mehrheit der Hutu durch die Tutsi-Minderheit unterdrückt. Ausgelöst durch den Bürgerkrieg in Ruanda kam es 1993 in Burundi zu blutigen Kämpfen und Massakern zwischen beiden Ethnien. Die Kämpfe dauerten über zehn Jahre an. Zehntausende flohen nach Tansania und in andere benachbarte Länder. Obwohl sich mittlerweile die Lage etwas stabilisiert hat, sind die Lebensbedingungen weiterhin prekär.

 

Die meisten Familien versuchen mühevoll, sich von Land- und Viehwirtschaft zu ernähren. 90 Prozent der Bevölkerung muss sich die Felder des kleinen Landes teilen. Zwei Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. 40 Prozent der Kinder im Schulalter haben noch nie eine Schule besucht. Dazu kommt, dass in den letzten Jahren zehntausende Flüchtlinge aus den umliegenden Ländern heimgekehrt sind, welche die begrenzten Ressourcen des Landes schwer belasten.

Ziele der Quäker in Burundi

Mit dem Programm in Burundi sichern die Quäker die Ernährung der Menschen. Sie helfen  Einkommen zu schaffen, die Gesundheit zu verbessern und Konflikte zu bewältigen. Sie unterstützen die Menschen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben, so dass sie  unabhängig werden können von Armut und Willkür. Alle Projekte basieren auf dem Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe und dienen dazu, Menschen einen Weg aus der Armut zu ermöglichen.
Die Programme der Quäker tragen in vielen Gemeinden dazu bei, den Friedensgedanken nachhaltig zu verankern und die Gemeinschaft zu stärken. Dies sind Voraussetzungen für ein  friedliches und sicheres Leben.
Bisher haben 13.000 Menschen an den Workshops und Seminaren zur Verarbeitung sowie zur Vorbeugung von Konflikten teilgenommen. Allein im Jahr 2015 haben sich 90 Solidargemeinschaften gegründet. Davon sind 62 Jugendgruppen, an denen insgesamt 2.220 Menschen teilnehmen.

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