Friedensförderung und Existenzsicherung

Wie eng sozialer Frieden und das wirtschaftliche Fundament einer Gesellschaft zusammenhängen, das wird bei vielen Projekten deutlich, die die Quäker im ländlichen Raum Kambodschas unterstützen. Der von Kriegen und Terror gezeichneten Gesellschaft fehlt es oft an Zusammenhalt, die Folgen der brutalen Diktatur des Roten Khmer, der Wissen und Bildung als elitär galten, sind bis heute zu spüren. Die von den Quäkern geförderten Projekte setzen darum an der Basis an, sie vermitteln Grundlagenwissen in Landwirtschaft und Tierzucht und schaffen Strukturen, die gesellschaftliches Leben an sich erst ermöglichen.

 

Gemeinsam erfolgreich

 

So sind in einigen Dörfern etwa kleine Genossenschaften entstanden, die sich gemeinsam der Schweinezucht, der Fischzucht und dem Gemüseanbau widmen und die mittlerweile einige Erfolge zu verzeichnen haben. Mit Hilfe der Quäker haben sich die Dorfbewohner die kaufmännische Grundlagen wie Finanzierung und Buchführung und Basiswissen in nachhaltiger, umweltschonender Landwirtschaft angeignet. Heute produzieren sie nicht nur für den Eigenbedarf, sondern können einen Teil der Fische und des Gemüses auf den lokalen Märkten verkaufen.

Beispiele aus der Praxis

Phav Sophear ist die Tochter einer der ärmsten Familien in einem kleinen Dorf im Sre Ambel-Distrikt, West-Kambodscha. Ihr Leben und das ihrer Familie war geprägt von Armut und Hoffnungslosigkeit, die Schule verließ das Mädchen nach nur vier Jahren. Ein von den Quäkern gefördertes Bildungsprojekt sollte ihr Leben zum Besseren wenden. Phav Sophear lernte nicht nur lesen und schreiben, sie ließ sich zur Veterinär-Helferin ausbilden.
Heute ist Phav Sophear mit 32 Jahren die Leiterin des Tiergesundheits-Dienstes in ihrem Distrikt. Dem Quäkerteam erzählte sie nach ihrer Wahl: „Ich hätte nie geglaubt, dass ich so viel hätte lernen können! Jetzt leite ich das ganze Team im Distrikt, und ich merke, dass die Menschen mir vertrauen und meine Ratschläge befolgen!"
Phav Sophear: Leiterin des Tiergesundheits-Dienstes
Stolz zeigt auch Hun Khmao auf seinen Schweinestall, in dem sich zehn Ferkel und eine weitere trächtige Sau tummeln: „Das erste Schwein habe ich von den Quäkern erhalten. Aber vorher musste ich lernen, wie man die Tiere gesund hält und richtig ernährt und was man bei der Schweinezucht sonst noch zu beachten hat."
Inzwischen ist auch Hun Khmao in seiner Gegend ein anerkannter Fachmann, dessen Rat im Dorf geschätzt wird. Er sorgt nicht nur für die Tiere, er berät die Dorfbewohnerinnen und -bewohner auch bei der Vermarktung der Schweine. „Früher litten wir bittere Not", erinnert er sich, „doch heute kann ich nicht nur von der Schweinezucht leben, ich kann mein Wissen auch an andere weitergeben."
Hun Khmaos Stall: Gesunde Schweine für eine sichere Zukunft

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