Länderübergreifende Projekte
Zukunftschancen für ehemalige Kindersoldaten
Weltweit werden in Kriegs- und Krisenregionen Kinder von Erwachsenen als Soldaten missbraucht. Es wird geschätzt, dass es derzeit 300.000 Kindersoldaten gibt, davon allein 120.000 in Afrika. Die Kinder (Mädchen und Jungen) lernen zu plündern, zu töten, sie werden durch Minenfelder getrieben und zur Spionage eingesetzt, sie werden missbraucht. Ist der Krieg vorbei, treffen die ehemaligen Kindersoldaten auf eine Zivilgesellschaft, in der sie sich nicht zurechtfinden. Statt sozialem Verhalten kennen sie nur militärischen Drill. Sie haben massive Probleme mit Gewalt und können sich in menschliche Beziehungen nur sehr schwer einfinden. Wie soll der Weg in ein normales Leben gelingen? In vielen Ländern fehlen die Ressourcen, die Kinder nach ihrer Entlassung aus dem Kriegsdienst zu betreuen, sie zu ihren Familien zurückzuführen und ihnen bei der Traumabewältigung zu helfen. Die Quäker unterstützen deshalb in mehreren Ländern Organisationen, die ehemaligen Kindersoldaten die Chance auf eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft ermöglichen.
Die Quäker und ihre Partnerorganisationen vor Ort versuchen Hilfe zu bieten durch:
- Psychologische und medizinische Betreuung
- Schulbildung
- Ausbildungsangebote
- Zusammenarbeit mit den Familien und Dorfgemeinschaften, die den Kindern und jungen Menschen bei einer Reintegration helfen müssen
- Arbeit auf politischer Ebene. Zusammen mit anderen nationalen und internationalen Organisationen setzen sich die Quäker dafür ein, dass kein Kind mehr Soldat werden muss.
Bitte unterstützen Sie diese überlebenswichtige Arbeit mit Ihrer Spende. Für die aktuelle Arbeit werden ca. 140.000,00 Euro benötigt. Jeder Euro hilft! Spenden-Link
Projekt "Alternativen zur Gewalt"
"Dass ich Würde besitze, hat mir in den letzten 10 Jahren keiner gesagt." Karl B. sitzt schon lange im Gefängnis. Die Teilnahme an einem Kurs des Projekts Alternativen zur Gewalt (PAG) hat seine Einstellung zu sich selbst und zu seinen Mitmenschen grundlegend verändert. Ein anderer Teilnehmer meinte: „Super, ich hätte nie gedacht, dass man in drei Tagen zu anderen Vertrauen und ein Gefühl der Gemeinschaft entwickeln kann."
Das Projekt Alternativen zur Gewalt (PAG) wurde 1975 von den Quäkern im Hochsicherheitstrakt eines New Yorker Gefängnisses entwickelt. Inzwischen gibt es ein großes Netzwerk von PAG-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in mehr als 50 Ländern tätig sind. So fördert die Quäker-Hilfe Stiftung unter anderem PAG-Kurse in Gefängnissen in Südafrika, die den Strafgefangenen nach der Entlassung die Chance auf einen Neuanfang für ihr Leben geben.
Immer geht es darum, dass Menschen sich ihrer eigenen Würde bewusst werden, auch wenn ihr Lebensweg so verlaufen ist, dass diese Würde verschüttet und für sie nicht mehr spürbar ist - so wie bei vielen Gefängnisinsassen, die häufig Opfer und Täter zugleich sind.
In intensiver Gruppenarbeit erarbeiten die Teilnehmer Wege zu konstruktiven Konfliktlösungen ohne Gewalt und ohne Sieger und Besiegte. Strafgefangene werden selber als PAG-Trainer und -Trainerinnen ausbildet, die dann ihrerseits die neu erworbenen Fertigkeiten der Konfliktlösung und des gewaltfreien Miteinanders an ihre Mithäftlinge weitergeben.
Die Erfahrung zeigt: Strafgefangene, die am PAG-Programm teilnehmen, können sich nach der Entlassung häufig besser wieder in die Gesellschaft eingliedern. Auch bei Bewährungsstrafen wird PAG erfolgreich eingesetzt und vermindert oft das Risiko weiterer Straftaten.
Helfen Sie mit, Menschen die Chance auf ein Leben in Würde und Frieden zu geben! Jede Spende hilft. Spendenlink
Quäkervertretung bei den Vereinten Nationen (QUNO)
"QUNO wird sein Ziel erreicht haben, wenn die Vereinten Nationen ihrer Verantwortung, gewalttätige Konflikte zu vermeiden und Frieden zu verwirklichen in vollem Umfang gerecht werden."
So wurde die Zielsetzung für das New Yorker Quäker-Büro bei den Vereinten Nationen in einem Strategieentwicklungsprozess 2008 definiert. Nach 60 Jahren Arbeit der Vereinten Nationen und der ebenso langen unterstützenden Arbeit der beiden Quäker-Büros in Genf und New York signalisiert diese Zielsetzung noch viele Jahre Arbeit für die Vereinten Nationen, eine Vielzahl an Organisationen, die Quäker-Büros und die gesamte Weltgemeinschaft.
Um Quäkerperspektiven in die Arbeit der Vereinten Nationen einzubringen, verfolgen die zwei QUNO-Büros im Wesentlichen fünf Ansätze:
(1) QUNO bietet Raum für Begegnungen jenseits der Mikrophone, wo in Ruhe miteinander geredet werden kann und kreative Möglichkeiten für Konfliktlösungen überlegt werden können. Die Quäkerhäuser in Genf und New York werden von der internationalen Gemeinschaft gerne als neutrale Orte genutzt. Hier wird oft in kleinem Kreis gearbeitet. So trafen sich kürzlich, jenseits der Blitzlichter, in einer Reihe von Gesprächen Diplomaten, Vertreter der Vereinten Nationen und andere mit kongolesischen Zivilorganisationen, um sich in einer vertraulichen und offenen Atmosphäre auszutauschen. Gespräche wie diese sind von großer Wichtigkeit, da sie die offiziellen Verhandlungen, die darauf folgen, wesentlich erleichtern.
(2) QUNO nimmt sich frühzeitig der Themen an, die wichtig sind, aber noch nicht auf der offiziellen Agenda stehen. Ein solches Thema war die illegale Verbreitung von Pistolen und leichten Gewehren, die zu unsäglich vielen Gewalttaten und Toten in beinahe allen Ländern führt. QUNO Genf hat dieses Thema vor etwa fünf Jahren aufgegriffen. Heute befassen sich verschiedene Gremien der Vereinten Nationen damit und überlegen konkrete Schritte zur Eindämmung dieses illegalen Handels.
(3) QUNO ist davon überzeugt, dass Probleme gründlich analysiert und verstanden werden müssen, bevor über Lösungen nachgedacht werden kann. QUNO schaltet daher rechtzeitig Fachleute ein, die in Untersuchungen, Studien und Analysen die notwendige Grundlage für eine zielführende Diskussion und gute Empfehlungen schaffen. Im Jahr 2008 hat QUNO zum Beispiel eine Veröffentlichung herausgegeben mit dem Thema "Internationale Standards der Kriegsdienstverweigerung", die vor allem für die "Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen zu willkürlicher Gefangenhaltung" hilfreich ist.
(4) QUNO hat immer wieder erfahren, dass die kleineren, wirtschaftlich weniger entwickelten Länder nicht die Kapazitäten haben, um sich mit den komplexen Fragestellungen der Regelung des Welthandels hinreichend zu befassen. QUNO Genf nimmt diese Asymmetrie zum Anlass, die Repräsentanten der betroffenen Ländern zusammen mit Fachleuten einzuladen, um die Basis zu schaffen für eine effektivere Mitsprache aller Beteiligten an der Bewältigung solch wichtiger Fragen.
(5) QUNO ist sich bewusst, dass in vielen Bereichen Koalitionen mit relevanten anderen Organisationen entscheidend sind, um mit einer starken Stimme sprechen zu können. Oft übernimmt QUNO die Rolle des Federführers oder Initiators, wie z.B. beim "Geneva-Forum", das seit vielen Jahren einer großen Anzahl von Organisationen eine Plattform bietet, um Fragen der Abrüstung und des Waffenhandels so aufzubereiten, dass daraus schließlich Resolutionen der Vereinten Nationen entstehen. Zuletzt war dies der Fall bei der Konvention zur Ächtung von Streubomben.
Auch auf dem Gebiet der weltweiten Abrüstung tut sich etwas. Amerikaner und Russen sind bereit, sich an einen Tisch zu setzen, um über die Reduzierung und schließlich die Abschaffung von Kernwaffen zu verhandeln. Jahrelang hatte sich, zusammen mit anderen Organisationen, QUNO Genf immer wieder dafür eingesetzt, nun gibt es Hoffnung.
Es sind gewaltige Aufgaben, die den Vereinten
Nationen gestellt sind. Ihre Bewältigung benötigt einen langen Atem und viele
helfende Organisationen. QUNO ist eine davon, die sich den Ruf erworben hat,
einen wertvollen Beitrag zu leisten. Mit der Hilfe unserer Freunde und Förderer
möchten wir auch in Zukunft dazu beitragen, dass QUNO ein wertvoller Partner
für die Vereinten Nationen ist. Spendenlink





