Projekte in Asien
Bangladesch: Frauen sichern ihre Zukunft - mit Kleinkrediten und eigenem Saatgut
Nasma ist 35, verheiratet, hat zwei Söhne und eine Tochter. Ihr Mann ist Bauer - aber sie haben nur 240 Quadratmeter Land. Weshalb sie nur über die Runden kommen, wenn sie dieses Land so intensiv wie möglich nutzen. Aber anstatt mit Kunstdünger und sogenannten Hochleistungssorten in eine Schuldenfalle zu tappen, hat Nasma, zusammen mit 29 anderen Frauen aus ihrem Dorf Kumri, an einem Kurs für biologischen Landbau teilgenommen, der von unserer Partnerorganisation SUS organisiert wurde. Hier haben die Frauen die Prinzipien des organischen Landbaus kennengelernt, und auch die Bedeutung der Erhaltung eigenen Saatguts: Traditionelle Reis- und Gemüsesorten sind besser an die klimatischen Bedingungen in Bangladesh angepasst, in Trockenperioden kommen sie mit weniger Wasser aus, sie sind resistent gegen Krankheiten und Schädlingsbefall, sie schmecken besser - und kosten nichts, das heißt, es besteht keine Gefahr, durch teures Saatgut und Agrarchemikalien in Verschuldung zu geraten. Nasma weiß aus bitterer Erfahrung, wie schnell der Geldverleiher eine Familie in den Ruin bringen kann: Sie mussten ihre einzige Kuh verkaufen, um nach einem Notfall in der Familie beim Geldverleiher aufgenommene Schulden bezahlen zu können.

Bangladesch: eine Frauen-Kleinkreditgruppe trifft sich wöchentlich.
Nasmas Freundin Sultanta (26), die Leiterin der Gruppe, und ihre Familie, haben noch weniger Land: ‚Ganze' 20 qm. Sie nutzt das kleine Stück für eine Baumschule für Neemsetzlinge: die Blätter dieses ‚Wunderbaums' werden zusammen mit Asche zu einem Pulver verarbeitet, das Samen vor Ungeziefer schützt. Neemsamen werden zu einem Ölkuchen gepreßt - ein idealer Bio-Dünger. Die Baumsetzlinge kosten nur TK 15-20 (im Alter von sechs Monaten sind sie schon einen Meter hoch) - das entspricht ca. 20 Cent.
Nasma bewahrt in Tonkrügen in ihrer Hütte Samen von acht verschiedene Reissorten und sieben Gemüsesorten auf . Die Frauengruppe hat im Gemeinschaftshaus eine kleine kommunale Saatgutbank angelegt, zur Absicherung, sollte das Saatgut eines Mitglieds zu Schaden kommen. Und dann gibt es noch die Saatgutbank von unserer Partnerorganisation SUS als zweite Sicherung: So werden insgesamt 82 traditionelle Reissorten und 73 Gemüsearten von Generation zu Generation gesichert und weitergegeben. Diese genetische Vielfalt ist der beste Schutz gegen Pflanzenkrankheiten, Schädlinge, und schlechte Witterung.
Wenn die Ernte in diesem Jahr gut ausfällt, will Nasma sich um ein Kleindarlehen von SUS bewerben, um wenigstens wieder eine Kuh zu kaufen - die kostet ca. 150 Euro. Der wichtigste Arbeitsbereich von SUS ist die Vermittlung von Kleindarlehen, in der Regel für die Laufzeit von einem Jahr, wöchentliche Raten, 12.5% Zins. Um für so ein Darlehen in Frage zu kommen, müssen die Frauen eine Spargruppe bilden, und wöchentlich mindestens 20 TK (ca. 20 Cent) sparen. Das Darlehen kann dann das 10fache der Sparsumme betragen. Die Rückzahlungsquote - bei 27.000 im Umlauf befindlichen Kleindarlehen - beträgt unglaubliche 97%, was auch damit zusammenhängt, daß 98% der Darlehen an Frauen vergeben werden.
Helfen Sie mit: geben Sie Frauen und ihren Familien in Bangladesch die Chance auf eine bessere Zukunft. Vielen Dank! Spenden-Link
Kambodscha: Eine Zukunft ohne Gewalt und Not
Wie in einem zerrütteten Land neue Zukunftsperspektiven entstehen: Eines der ärmsten Länder in Südostasien ist Kambodscha. Hier ist die Vergangenheit noch immer spürbar. Die Folgen des Indochina-Krieges und 30 Jahre Bürgerkrieg, der Terror unter Pol Pot und das Wüten seiner Roten Khmer haben in diesem Land tiefe Narben hinterlassen. Ein Fünftel der Bevölkerung verhungerte, wurde ermordet oder starb an Krankheiten - eine ganze Generation von Fachkräften - Ingenieuren, Lehrern, Ärzten - wurde ausgelöscht. Die Kambodschaner finden nur sehr langsam zurück zu einem Leben in Normalität. Bis heute können viele Familien nicht aus eigener Kraft überleben. Bei vielen von ihnen reicht es nicht einmal für eine volle Mahlzeit am Tag. Gerade Frauen, die ihre Männer verloren haben, brauchen Unterstützung, damit sie und ihre Kinder eine Zukunft haben. Die Quäker helfen hier z. B. mit Kleinkrediten zu fairen Bedingungen oder mit einem Programm zur Büffelzucht: Familien erhalten eine Büffelkuh. Jeweils das erste Kalb wird an eine weitere bedürftige Familie weitergegeben. Diese Angebote ermöglichen es den Menschen in Not, eigene Einkommen zu schaffen. Der Kleinkredit hilft, einen Handel mit Gemüse aufzubauen und die Büffel helfen als Arbeittstiere, Felder zu pflügen und die Ernte zu verbessern.
Helfen Sie mit: Mit Ihrer Spende werden Sie zum Hoffnungsträger der armen Menschen in Kambodscha. Ihre Unterstützung schenkt Zukunftsperspektiven. Jeder Euro hilft!
Kambodscha: Übergabe einer Büffelkuh






