Mosambik: Das können Ihre Spenden bewirken
Nach 35 Jahren legen die Quäker ihr Projekt in Mosambik in die fähigen Hände einer einheimischen non-Profit Organisation. Die neue Organisation OCODEMA (Organisation zur Gemeinschaftsentwicklung in Manica) wird ab Ende September 2010 das ländliche Entwicklungsprojekt der Quäker in der abgelegenen Manica-Provinz weiter führen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden intensiv geschult, um den fortlaufenden Erfolg des Projekts sicherzustellen, und die Quäker werden ihnen weiterhin als Ansprechpartner zur Seite stehen. OCODEMA hat die Finanzierung der Projekte für die nächsten drei Jahre erfolgreich gesichert. Die Organisation übernimmt auch die Verantwortung für die Beschaffung von zukünftigen Mitteln und kooperiert zu diesem Zweck bereits mit nationalen und internationalen Organisationen.

Endlich selbstständig: die Organisation zur Gemeinschaftsentwicklung in Manica wird gegründet.
Gemeinschaft stärken, Selbsthilfe ermöglichen
Einheimische Organisationen wie OCODEMA werden im krisengeschüttelten Mosambik dringend benötigt. Mehr als drei viertel der Bevölkerung lebt in absoluter Armut. Als Folge von Bürgerkriegen, AIDS und Naturkatastrophen haben viele Menschen die Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lebensumstände verloren. In Mosambik wie auch in anderen armen Ländern führt die gut gemeinte Hilfe internationaler Organisationen leider oft dazu, dass die Menschen langfristig von der Austeilung von Hilfsgütern abhängig werden. Deshalb ist es den Quäkern immer ein Anliegen, die Menschen auf dem Weg der Hilfe zur Selbsthilfe zu begleiten. Sie wollen den Frauen und Männern die Mittel in die Hand geben, eigenverantwortlich für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Mit dem Projekt in Manica ist dies gelungen.
Hilfe, die Veränderung schafft
Alleinstehende Frauen mit ihren Kindern zählen zu den ärmsten Familien in Mosambik. Sie brauchen daher in besonderem Maße Hilfe und Unterstützung. Die Projektmitarbeiterinnen und -Mitarbeiter ermutigen die Frauen, sich in Selbsthilfegruppen zusammen zu schließen. Hier lernen die Frauen den Umgang mit Kleinkrediten und sie erhalten Gartengeräte und Schulungen, um gemeinsam Obst und Gemüse anzubauen. Den Überschuss verkaufen sie auf dem Markt und erzielen so ein kleines Einkommen. Andere Aspekte des Projekts sind verbesserte Landwirtschaft, Hilfe für AIDS-Waisen, medizinische Versorgung, der Ausbau des Handels mit lokalen Produkten und der Bau von Straßen und Schulen. Immer steht die Beteiligung der Dorfbewohnerinnen und -Bewohner im Vordergrund. Sie lernen, gemeinschaftlich Wege zur Verbesserung ihres Lebens zu identifizieren und umzusetzen. Jetzt übernehmen sie selber die Verantwortung für ihr Projekt - ein Schritt weiter auf dem Weg in die Selbstbestimmung für die Menschen in Mosambik.

Eine Frauengruppe trifft sich zur Besprechung.
Erfolgsgeschichten: Vom Gemüsegarten zur Bäckerei
Maria Henrique Msharo verlor während des Bürgerkriegs bei einer Minenexplosion ein Bein. Ihre Familie und ihre Nachbarn waren überzeugt, dass Frau Msharo jetzt für den Rest ihres Lebens von der Hilfe anderer abhängig sein würde. Doch trotz ihrer Behinderung und ihrer extremen Armut gab Frau Msharo nicht auf: als die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Quäkerprojekts in ihrem Dorf Chitunga eine Frauen-Selbsthilfegruppe aufbauten, war Frau Msharo von Anfang an dabei. Die Frauen erhielten Schulungen in Gemüseanbau und im Umgang mit Kleinkrediten. Mit dem „Startpacket" von Gartengeräten und Saatgut bewirtschafteten die Frauen ihren gemeinschaftlichen Gemüsegarten. Bald erzielten sie mit dem Verkauf von Gemüse einen kleinen Überschuss, mit dem sie eine Teestube eröffneten. Das Geschäft lief gut: die Teestube wurde zum Treffpunkt für Dorfbewohner und Besucher aus den umliegenden ländlichen Gebieten. Die Tatkraft von Frau Msharo und den anderen Frauen kannte kein Ende: mit Hilfe des ersparten Geldes und mit einem Kleinkredit bauten sie eine Bäckerei auf. Inzwischen kommen viele kleine Händler vorbei, die im Teeauschank ihre Neuigkeiten austauschen und gleichzeitig das Brot aus der Backstube kaufen, um es dann in anderen Dörfern weiter zu veräußern. Einmal wöchentlich treffen sich alle aus der Frauengruppe, um Fortschritte und Probleme zu diskutieren und neue Pläne zu schmieden. Der Erfolg des Projekts zeigt, dass Hilfe zur Selbsthilfe der richtige Weg aus der Armut ist.
Frau Msharo ist mittlerweile ein wichtiges Mitglied des Dorfrats und wirkt auch in der Arbeitsgruppe für die Wasserversorgung des Dorfes mit. Sie hat eine Botschaft für ihre Gemeinschaft: „Wenn wir glauben, dass Hilfsorganisationen von außerhalb unsere Probleme für uns lösen können, dann verschlafen wir unsere Chancen! Wir hier in Chitunga sind einzigen, die unsere Gemeinschaft weiter entwickeln können. Internationale Organisationen können uns am Anfang dabei helfen, aber letztendlich müssen wir selber den ersten Schritt in die Eigenverantwortung wagen."
Die Menschen in Mosambik brauchen auch in Zukunft unsere Hilfe. Noch warten viele von ihnen auf eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben. Bitte unterstützen sie die lebenswichtige Arbeit der Organisation für Gemeinschaftsentwicklung in Manica! Spenden-Link

Erfolgreiche Geschäftsfrauen in Chitunga, Mosambik.
Auch die neue Organisation OCODEMA ist weiterhin auf finanzielle Hilfe angewiesen, um die wichtige Arbeit fortzuführen. Ihre Spende hilft! Vielen Dank. Spenden-Link

