Familien brauchen starke Frauen!
Zukunftsperspektiven für Familien in Simbabwe
„Wir leben wie Vagabunden im eigenen Land, doch wir geben nicht auf und hoffen auf eine Zukunft in Hatcliffe!" So schreibt die Bürgerinitiative in Hatcliffe, einem sehr armen Vorort von Simbabwes Hauptstadt Harare, in einem Bericht an das Quäkerbüro. Viele Jahre haben die Menschen in diesem Land Enteignung und Vertreibung, schlimmste Gewalt und Plünderung, Hunger und Cholera ertragen müssen.
Dennoch haben die Menschen nicht aufgegeben. Sie wollen eine Zukunft für sich und ihre Kinder. Eine der bewegendsten Geschichten ist die von Frau Chabvunyira. Sie ist Mutter von vier Kindern, ihr Mann ist seit Jahren arbeitslos und die Familie hatte bei der Vertreibung alles verloren. Als Frau Chabvunyira von dem Berufstrainings-Programm der Quäker in Hatcliffe hörte, wollte sie stricken lernen - doch einen Strickkurs gab es nicht. Da entschloss sie sich, das Tischlerhandwerk zu lernen. Anfangs traf das nur auf ungläubiges Staunen und auch beißenden Spott - was hatte eine Frau in einem Männerberuf zu suchen?
Frau Chabvunyira gab aber nicht auf und belehrte alle eines Besseren! „Mein Mann hat mich unterstützt, wo er nur konnte, und heute bin ich diejenige, die das Brot für die Familie bezahlt", erzählt sie stolz. Unbeirrt ging sie ihren Weg und lernte zunächst, Möbel zu schreinern und später uach zu verkaufen. Bald erzielte sie kleine Überschüsse und heute hat sie mit dem Bau eines eigenen Hauses begonnen - dabei übernahm sie die Holzarbeiten selber. „Jetzt lerne ich, wie man ein richtiges Geschäft aufbaut", berichtet sie weiter. „In zwei Jahren will ich so weit sein. Ein Geschäft zusammen mit meinem Sohn zu haben, der gerade eine Ausbildung zum Schlosser macht, das ist mein großer Traum!"
Von einer besseren Zukunft träumen viele Menschen in Hatcliffe. Doch für die meisten von ihnen ist der Weg noch weit und ohne Hilfe haben sie kaum eine Chance den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. Sie sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Zusammen mit einer örtlichen Hilfsorganisation und einem Frauenbüro organisieren die Quäker handwerkliche Trainingskurse und Friedensseminare. Erstaunlich ist, dass die Trainingskurse überwiegend von Frauen besucht werden. Sie leisten somit einen wichtigen Beitrag, um die Diskriminierung und Geringschätzung der Frauen abzubauen.
Glücklicherweise ist die Geschichte von Frau Chabvunyira kein Einzelfall. Fast 100 Frauen haben bisher an den Kursen teilgenommen und das Projekt soll noch zwei Jahre fortgeführt werden. Die Ziele sind ehrgeizig: unter anderem sind die Gründung einer Verkaufsgenossenschaft, die Teilnahme an den Internationalen Handelsausstellungen in Harare und der Bau einer Markthalle geplant.
Helfen auch Sie mit, dass diese Ziele Wirklichkeit werden können. Vielen Dank! Spenden-Link
Mut für die Zukunft: Junge Mutter in Hatcliffe, Simbabwe
Hatcliffe - Ort der Hoffnung
Obwohl Hatcliffe durch die Armee fast völlig dem Erdboden gleich gemacht war, sind viele der Vertriebenen inzwischen wieder zurückgekehrt. Für sie begründeten die Quäker zusammen mit der Partnerorganisation Silveira House und dem Simbabwe Frauen-Büro ein Existenz-Aufbau-Programm, das sich vor allem an Frauen, Menschen mit Behinderungen, Aids-Kranke und Aids-Waisen richtet. Berufliche Ausbildung, Wirtschaftskunde und Konflikt-training stehen auf dem Programm, und außerdem werden Kleinkredite für die Existenzgründung vermittelt. Inzwischen ist Hatcliffe von einem Ort der Zerstörung und
Ohnmacht zu einem Ort der Hoffnung geworden, an dem kleine Siege über den Terror der Angst und Gewalt möglich werden.
„Pisa! Pisa!!!" - „Heiß! Heiß!!!"
Wenn ein Schmied so warnt, ist das normal. Wenn der Schmied aber eine Frau ist, ist dies eher ungewöhnlich. Patricia Zeka lacht darüber und zeigt gleichzeitig ihren ganzen Stolz, dass sie mit drei anderen Frauen ausgerechnet das Schmiedehandwerk erlernt. „Im September 2010 begann der Pisa-Pisa-Kurs, und nun zeigen wir allen, was Frauen können", freut sich Frau Zeka. Vorausgegangen war ein Kurs, in dem sie den Umgang mit Geld lernten. Und dass sie am Ende ihrer Ausbildung das Kleinkredit-Programm nutzen werden, steht für Frau Zeka und die anderen Frauen außer Frage. „In Hatcliffe muss so viel aufgebaut werden, da werden Schmiede gebraucht", sind sie überzeugt.

Patricia Zeka lernt schmieden!
Ein Traum wird wahr!
Als Frau Nguruwe, verwitwet und Mutter dreier Kinder, nach Hatcliffe zurückzog, hatte sie ein klares Ziel vor Augen: Arbeit, ein Haus und genügend Einkommen, um für ihre kleine Familie den Lebensunterhalt zu sichern und den Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. „Das war mein großer Traum!" berichtet sie. „Und dank des Quäker-Projektes ist mein Traum wahr geworden!" Frau Nguruwe erlernte zuerst Lederverarbeitung und gleichzeitig die grundlegenden Kenntnisse in der Führung eines Geschäftes. Ein Kleinkredit war die Grundlage für ihre Selbständigkeit, und nun ist sie endlich in der Lage, ihre Hütte durch
ein solides kleines Steinhaus mit Wellblechdach zu ersetzen.Und noch etwas ist für sie sehr wichtig. „Die Quäker gaben mir Hoffnung", erzählt Frau Nguruwe, „und ich habe gelernt, wie wichtig Gemeinschaft und Solidarität ist. Jetzt kann ich ein wenig davon zurückgeben!" Was sie damit meint? Frau Nguruwe zahlt für zwei Waisenkinder die Schulgebühren, aber davon redet sie selber nur ungern.
Bildung und berufliche Qualifizierung sind der Schlüssel, damit Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und ihre Zukunft gestalten können. Doch dazu brauchen sie unsere Hilfe! Spenden-Link




