Burundi: helfen und heilen
In Burundi wurde die Mehrheit der Hutu durch die Tutsi-Minderheit immer unterdrückt. Ausgelöst durch den Bürgerkrieg in Ruanda kam es 1993 auch in Burundi zu blutigen Kämpfen und Massakern zwischen beiden Ethnien, die über zehn Jahre andauerten. Zehntausende Menschen flohen nach Tansania und in andere benachbarte Länder. Inzwischen hat sich die Lage in Burundi stabilisiert. Alle politischen Kräfte bemühen sich um eine dauerhafte Friedenslösung. Sie ist die Voraussetzung für die Hilfe der Quäker und ihrer Partnerorganisationen - Sicherung der Ernährung, Schaffung von Einkommen, Förderung der Gesundheit und aktive Konfliktbewältigung.
Die Hilfe ist notwendig, denn noch zählt Burundi zu den ärmsten Ländern der Welt. Der größte Teil der Familien versucht mühsam, sich von Land- und Viehwirtschaft zu ernähren. 90 Prozent der Bevölkerung muss sich die Felder des kleinen Landes teilen. Zweidrittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. 40 Prozent der Kinder im Schulalter haben noch nie eine Schule besucht.Dazu kommt, dass in den letzten Jahren zehntausende Flüchtlinge aus den umliegenden Ländern heimgekehrt sind, die die begrenzten Ressourcen des Landes schwer belasten.
Der Selbsthilfeansatz der Quäker will den Menschen die Chance geben, sich aus der Armut zu befreien. Deshalb muss unsere Hilfe in diesem Land weiter gehen.
"Bitte vergesst uns nicht!"
Consile Ciza ist Witwe. Der Krieg hat ihr viel genommen: ihren Mann, ihr Haus und drei ihrer Kinder. Als die Quäker-Mitarbeiterin sie das erste Mal besuchte, lebte sie völlig verarmt und isoliert in einem Barackenlager am Rande der Stadt Kamenge. Ihre verbleibenden Kinder trieben sich als Bettler auf den Straßen herum, um wenigstens etwas zu essen zu bekommen.
Durch die Teilnahme am Quäkerprojekt hat Consile Ciza neue Hoffnung gefasst: zusammen mit anderen Frauen lernte sie, ihre furchtbaren Erfahrungen zu bewältigen. Aber auch für den Lebensunterhalt kann sie jetzt selber sorgen: gemeinsam bewirtschaften die Frauen ein Feld, auf dem sie Mais und Bohnen anbauen, zum eigenen Verbrauch und zum Verkauf auf dem Markt.
„Wir könne unsere Kinder jetzt ernähren und zur Schule schicken", sagt Frau Ciza. „Doch es gibt noch so viel Armut und Hunger in unserem Land. Betet für uns und helft uns, damit wir eine bessere Zukunft für uns und unsere Kinder schaffen können!"
Ziegen züchten und Vertrauen lernen
Voller Stolz erzählt Jacob Eben vom sogenannten „Ziegen-Projekt": „Da haben die Frauen in Mutaho eine tolle Idee gehabt. Eine Hutu- und eine Tutsi-Frau erhalten gemeinsam von uns eine trächtige Ziege. Der Nachwuchs geht erst an die eine, der weitere Nachwuchs an die andere Frau. Die Milch und später auch das Fleisch werden geteilt. So entsteht in den Dörfern eine neue Form von Gemeinschaft zwischen den Ethnien." Fast alle Frauen in dem Projekt verdienen inzwischen genug, um sich und ihre Kinder gesund zu ernähren und ihre Kinder in die Schule zu schicken.
Mit dem Projekt wächst langsam auch neues Vertrauen untereinander und damit auch die Bereitschaft, sich gemeinsam für bessere Lebensumstände einzusetzen. Ein großer Erfolg!
Der Erfolg ist so groß, dass die Frauen dieses Projektes inzwischen in andere Dörfer eingeladen werden, um von ihren Erfahrungen zu berichten. Sie sind die besten Botschafterinnen für Frieden und Versöhnung und für die wirksame Hilfe zur Selbsthilfe.
"Es ist schwierig, zu verzeihen, aber es geht!"
Joseph Manirakiza verlor während des Krieges seine Frau und drei Kinder. Bereitwillig folgte er der Einladung zum Versöhnungskurs der Quäker, doch das erste Treffen war für ihn ein Schock: „Einer der Teilnehmer war der Soldat, der meine Familie ermordet hatte! Irgendwie schaffte ich es, ihm immer aus dem Weg zu gehen und den Kurs zu beenden."
Aber schließlich traf er sich mit dem anderen Mann doch zu einem Gespräch: „Er gab all das Schreckliche zu und bat mich weinend um Verzeihung. Auch wenn es für mich sehr schwierig war - ich habe ihm vergeben können! Ich hätte das am Anfang nie für möglich gehalten, aber heute bestellen wir sogar unsere Felder gemeinsam. Dieser Mann ist ein Freund geworden."
Burundi: Daten und Fakten
Fläche: 27.834 qkm (etwa die Fläche Brandenburgs)
Bevölkerung: ca. 8 Millionen
Religion: 88 % Christen, 10 % Muslime, 2 % andere
Ethnien: Hutu 84 %, Tutsi 15 %, Twa 1 %
Lebenserwartung: 40 Jahre
Kindersterblichkeit unter 5 Jahren: 190/1000

Burundi
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Hilfestellungen über den Ansatz der Selbsthilfegruppen bieten Menschen in großen Notlagen die Möglichkeit, sich nach und nach eigene kleine Existenzen aufzubauen. Doch dafür sind wir auch auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Das Gesamtprojekt erfordert €170.000. Bis 2014 soll damit mindestens 3000 ehemaligen Kriegsflüchtlingen und ihren Familien geholfen werden, ihr Leben wieder selber in die Hand zu nehmen. Jetzt spenden

Voller Hoffnung auf die Zukunft: Kinder in Burundi





