Quaeker-Hilfe-Stiftung
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Quäkerhaus
Das Quäkerhaus in Bad Pyrmont

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Kenia
Quäkerarbeit heute: Menschen mit HIV/AIDS in Kenia finden neue Hoffnung

 

Wer sind die Quäker?

Die »Religiöse Gesellschaft der Freunde« (so der offizielle Name der Quäker) steht nicht nur außerhalb der christlichen Großkirchen, sie unterscheidet sich in Wesentlichem von ihnen wie von allen anderen Kirchen. Sie ist eine reine Laiengemeinschaft, ohne Priester oder andere geistliche »Würdenträger«, ohne hierarchisch-zentralistische Struktur. Sie kann weder mit Millionen von Mitgliedern noch mit ehrwürdigen Kathedralen und ebensowenig mit imposanten theologischen Lehrgebäuden prunken. Ihr Gottesdienst ist gemeinschaftliche »silent worship« (schweigende Andacht), zu der man sich in schlichten Andachtsräumen versammelt, ohne Predigt, ohne religiöse Rituale, ohne Orgel. Denn: »Je weniger Form in der Religion, um so näher der Natur Gottes, je schweigender, um so angepaßter der Sprache Gottes.« (William Penn)

Der christliche Glaube der Quäker ist ein Glaube ohne sakramentale Heilsvermittlung, ohne dogmatische Festschreibungen und auch ohne Verabsolutierung des Bibelworts. Der englische Quäker-Theologe Robert Barclay schrieb in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts: »Die Bibel ist eine Botschaft von der Quelle, doch nicht die Quelle selbst. Wir glauben und nehmen die Schrift entgegen, weil der Geist sie eingegeben hat.« Die Quäker vertrauen auch heute der immer neuen Gegenwärtigkeit dieses Geistes und bleiben offen für neue unmittelbare religiöse Erfahrung.

Mit alledem sind die Quäker »religiöse Mystiker«, freilich Mystiker besonderer Art. Albert Schweitzer hat kritisiert, daß der »ethische Gehalt« aller bisherigen Mystik zu gering sei; sie bringe die Menschen »auf den Weg der Innerlichkeit, aber nicht auf den der lebendigen Ethik«. Wenn es so ist, dann bilden die Quäker die Ausnahme von der Regel, ist doch für sie der »ethische Gehalt« unmittelbar mit der »Innerlichkeit« verbunden - diese selbst weist immer wieder auf den Weg der »lebendigen Ethik«: »Wahre Frömmigkeit treibt die Menschen nicht aus der Welt, sondern hilft ihnen, besser in ihr zu leben, und fördert ihr Bestreben, sie zu verbessern.« (William Penn) In diesem Sinne waren und sind die Quäker stets aufs neue unideologische und unfanatische, aber um so beharrlichere »Weltverbesserer« aus dem Geiste Christi!