Orte der Versöhnung in Bosnien-Herzegowina
Auch mehr als vierzehn Jahre nach dem entsetzlichen Bürgerkrieg trägt Bosnien-Herzegowina noch viele Spuren der Zerstörung. Die Spuren finden sich an den Häusern, in den Gesichtern der Menschen und vor allem in ihren Herzen. Die Spannungen, die zwischen den verschiedenen Gruppen noch heute herrschen, zeigen sich beispielsweise in den komplizierten politischen Strukturen, die die offizielle Politik bestimmen und die Zusammenarbeit und das Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen erschweren.
Die Hilfe der Quäker in diesem Land konzentriert sich daher weiterhin auf Versöhnung. Gleichzeitig wollen sie den häufig sehr armen Menschen, viele von Ihnen Witwen und Kriegsversehrte, die Möglichkeit einer sinnvollen Beschäftigung und verbesserten Ernährung geben. Im Jahr 2000 gründeten sie den ersten „Gemeinschaftsgarten" und luden bedürftige Menschen verschiedener ethnischer Herkunft ein, in den Garten zu kommen. Jeder erhielt ein Stück Land zugeteilt, das ausreichte, um die jeweilige Familie zu ernähren. Zu Beginn waren die Menschen zögerlich. Doch in kurzer Zeit gedieh nicht nur das Gemüse, sondern es wuchs auch die Verständigung und teilweise entstanden Freundschaften. Inzwischen gibt es 13 Gemeinschaftsgärten im Land, in denen die Menschen zueinander finden.

Erfolgreiche Gärtner im Friedensgarten, Stup, Bosnien-Herzegowina
Die Gespräche mit den Menschen zeigen, dass die Arbeit in den Gärten und die gemeinsamen Aktivitäten manche Wunde heilen und neues Vertrauen entstehen lassen. Nichts wünschen sich die Menschen mehr, als dass die Gräuel, welche sich die drei Nationen während des Krieges gegenseitig antaten, zur Geschichte werden und dass sie zu einem versöhnlichen Miteinander finden. Dem stehen jedoch immer noch ein starker individueller Stolz und ein großes gegenseitiges Misstrauen gegenüber.
Die Entwicklung gegenseitigen Vertrauens ist für das Land daher enorm wichtig, wenn ein Wir-Gefühl entstehen und sich die Hoffnung der Menschen auf eine friedliche Zukunft in Bosnien-Herzegowina erfüllen soll. Die Gemeinschaftsgärten sind ein wichtiger Baustein auf diesem Weg.
Das sieht auch Zinka Brdanovic so: „Ich gehe gerne in den Garten, weil wir hier mit einander sprechen, über Vergangenes, aber auch über die Zukunft unseres Landes. Wir alle wollen in Frieden miteinander leben, so wie wir es vor dem Krieg taten".
Noch warten viele Familien darauf, einen Platz in einem Gemeinschaftsgarten zu bekommen. Wir bitten Sie daher: Helfen Sie mit Ihrer Spende! Spenden-Link
