Bangladesch: Kleinkredite helfen Frauen und ihren Familien
In einem Kurs bei SUS, der lokalen Partnerorganisation der Quäker, lernte Nasma Dey die Grundlagen des biologischen Landbaus und den Umgang mit Kleinkrediten. Sie weiß nun, wie sie wirtschaften muss, damit sie jede Woche eine kleine Summe zurücklegen kann. "Zuerst muss ich etwas sparen, dann erhalte ich ein Darlehn von SUS", berichtet sie stolz, „und mit diesem Darlehen kann ich dann endlich wieder eine Kuh kaufen!"
Die Rückzahlungsquote der Kleinkredite ist mit 97 Prozent sehr hoch. Dies liegt vor allem daran, dass die Frauen die Kredite verwalten. Sie sind nach den Erfahrungen von SUS wesentlich zuverlässiger als die Männer. Deshalb ist es so wichtig, die soziale Stellung der Frauen zu stärken - gerade in einem Land in dem Frauen auch heute noch von Geburt an diskriminiert und benachteiligt werden. Die Schulungsprogramme von SUS helfen, den Teufelskreis von Elend, Leid und Armut zu durchbrechen!
Eine erfolgreiche Frauen-Spargruppe
Die Hoffnung wächst wie ein Baum
Nasmas Traum ist die eigene Kuh. Ihre Freundin Sultanta Saha träumt von Bäumen! Aber da Sultanta nur 20 qm Land besitzt, haben SUS-Mitarbeiter ihr vorgeschlagen, Neem-Setzlinge zu pflanzen und eine kleine Baumschule zu gründen. Unter den Klima- und Bodenbedingungen in ihrer Gegend ist der Neem-Baum eine wahre Wunderpflanze: Er wächst sehr rasch und liefert gutes Holz. Vor allem aber lassen sich seine Früchte zu einem Ölkuchen pressen - ein idealer Dünger! „Und die trockenen Blätter mahlen wir zu Pulver, das wir über unser Saatgut streuen, weil es das Ungeziefer fernhält", berichtet Sultanta.
Nun plant Sultanta Saha eine Ausweitung ihrer Neem-Pflanzung, weil immer mehr Menschen den Nutzen erkennen und die Nachfrage nach Neem-Produkten steigt. „Aber zuerst muss ich noch eine Weile sparen", rechnet Sultanta vor. Die anderen Frauen schätzen ihren Sachverstand und haben sie deshalb zur Leiterin der Spargruppe gewählt.
Eigenverantwortung entwickeln
Partnerorganisation der Quäker vor Ort ist die Gesellschaft für eigenverantwortliche Entwicklung (SUS). Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten den Menschen im Netrakona-Distrikt Schulungen in umweltverträglicher Vieh- und Fischzucht und im Sammeln und Bewahren traditionellen Saatguts an. Traditionelles Saatgut benötigt weniger Wasser, ist weniger anfällig für Schädlinge und es schmeckt auch besser.
SUS hat außerdem begonnen, eine Saatgut-Bank für einheimische Reis- und Gemüsesorten anzulegen. Auch für die Erhaltung traditioneller Obstsorten wird gesorgt - der einzige Weg, um sich aus der Abhängigkeit von der Saatgut-Industrie und dem Einsatz von teurem Kunstdünger und Pestiziden zu befreien.
Gleichzeitig werden Frauen im Umgang mit Kleinkrediten ausgebildet und Sparzirkel eingerichtet. Von diesem Geld können Kühe, Ziegen oder Geflügel gekauft werden. Sie lernen die richtige Pflege ihrer Tiere und die Vermarktung ihrer Produkte. Mit dem Verkaufserlös von Eiern, Milch und Jungtieren können sie dann ihren Kredit zurückzahlen und schaffen so die Basis für eigenverantwortliches Wirtschaften.
Hilfe zur Selbsthilfe ist der beste Weg, den Teufelskreis von Elend, Leid und Armut zu durchbrechen. Helfen Sie mit! Spenden-Link
Saatgut wird sorgfältig aufbewahrt
