Quaeker-Hilfe-Stiftung
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Jungen in Delft Township nehmen an einem Programm des Quäker-Friedenszentrums teil.

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Badge für Friedensbotschafter.

Das Quäker-Friedenszentrum in Kapstadt, Südafrika

„Vorurteile brennen im Geheimen - bis sie überkochen": So beschreibt eine Mitarbeiterin des Friedenszentrums die Lebenswirklichkeit für tausende Schwarze und Farbige in den „Townships" rund um Kapstadt, Südafrika. Hier sind die Nachwirkungen der Apartheid-Politik noch sehr stark zu spüren.

In der extrem hohen Arbeitslosigkeit (geschätzt: 44%) sehen viele den Grund für Kriminalität, Gangs, Drogenkonsum und Gewalt, die das Leben in den Townships prägen. In Delft Township kommt noch dazu, dass hier sowohl Farbige als auch Schwarze, voll von gegenseitigem Misstrauen, um die wenigen Arbeitsplätze und Unterkünfte kämpfen.

Das Quäker-Friedenszentrum bemüht sich seit 1988, in diesem schwierigen Umfeld eine Kultur der Toleranz und Kooperation aufzubauen.

 Die Probleme der Townships machen auch am Schultor nicht Halt. Viele Kinder tragen Messer mit sich, weil sie Angst haben, auf dem Schulweg angegriffen zu werden. Da sie auch noch verschiedene Sprachen sprechen (Africaans und Xhosa) werden die Vorurteile und das Misstrauen gegenüber den Anderen zusätzlich gestärkt.

Diese Barrieren wollen die Quäker gemeinsam mit den Menschen überwinden helfen. In einem Schulprojekt, welches sie „Projekt der Vielfalt" nennen, bringen die Quäker Kinder verschiedener ethnischer Herkunft zusammen. Sie lernen die Sprache der Anderen, spielen und diskutieren miteinander und kommen sich so Schritt für Schritt näher.

Eine Projektleiterin schreibt: „An der Begeisterung der Kinder, die an unseren Kursen teilnehmen, sehen wir, dass jede Art der positiven Zuwendung gut für sie ist. Auch ein noch so kleiner Blick in die größere Welt, heraus aus der Armut und Kriminalität von Delft, wirkt sich fördernd auf Kinder und Jugendliche aus. Andererseits ist es uns auch schnell klar geworden, dass das eigentliche Problem nicht bei den Kindern, sondern bei den Eltern und Lehrern liegt, an deren Anschauungen die Kinder sich natürlicherweise orientieren."

 Für die Lehrer bieten die Quäker ebenfalls Kurse an, die helfen sollen, das Miteinander und die Verständigung zu fördern. Durch intensive Gruppenarbeit werden negative Einstellungen und Vorurteile gegenüber der anderen Kultur bewusst gemacht. So wird z.B. die Vergabe eines Arbeitsvertrages an einen schwarzen oder farbigen Lehrer sofort als Bevorzugung bzw. Benachteiligung der jeweiligen Bevölkerungsgruppe gedeutet. „Der Frieden ist Schwerstarbeit", sagt einer der Mitarbeiter des Friedenszentrums.

Trotzdem erleben die Quäker immer wieder, dass Menschen den tiefen Wunsch haben, ihre Vorurteile abzubauen und die Trennung zu überwinden. Besonders durch das Erlernen der jeweils anderen Sprache wächst das Verständnis für die Lebenswirklichkeit der Anderen. Ein farbiger Lehrer bemerkt: „Jeden Morgen begrüßen sich jetzt die Lehrer in Xhosa, sie lachen und geniessen es, voneinander zu lernen. Wir lernen, uns gegenseitig zu verstehen". Africaans-Lehrer sind überrascht zu sehen, wie viele Probleme, Hoffnungen und Wünsche sie mit ihren Xhosa-Kollegen teilen. Zusammen wollen sie sich jetzt für die Förderung und das Wohlergehen ihrer Schüler einsetzen. Der Erfolg des „Projektes der Vielfalt" begeistert. Immer mehr Schulen schließen sich dem Projekt an.

Zusammen arbeiten

Lehrer und Schüler arbeiten zusammen gegen Vorurteile und Gewalt.