Hilfe für Jugendliche in Palästina
Der andauernde Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern trifft besonders die jungen Menschen in Palästina. Hier wächst eine Generation junger Menschen in einem Umfeld von Gewalt und Unterdrückung auf. Fast jedes zweite Kind oder jeder zweite Jugendliche hat persönlich oder über Familienangehörige Gewalt erlebt. Diese Erlebnisse und die schwierige wirtschaftliche und politische Situation führen dazu, dass viele jungen Menschen keine Perspektiven für sich sehen. Sie werden anfällig für Gewalt und Drogen; sie reagieren gleichgültig, sind oft apathisch und desinteressiert an jeglicher Form verantwortungsvollen Miteinanders.
Diesen Jugendlichen Mut zu machen und sie zu motivieren, ihr Leben wieder in die Hand zunehmen, das hat sich das Quäker-Jugendprogramm in Palästina zur Aufgabe gemacht.
Hier werden Jugendliche dazu ermutigt, sich Projekte zu suchen, die konkrete Verbesserungen in ihrer eigenen Gemeinde oder Stadt zum Ziel haben. Die Arbeit an einem Projekt soll das Selbstwertgefühl der Jugendlichen steigern und ihre Verantwortung für sich und für ihre Gesellschaft fördern. Außerdem erlernen sie eine Reihe von Grundfertigkeiten, die sie auch für ihre persönliche Weiterentwicklung gut gebrauchen können.
In Beita, einer kleinen Stadt nahe Nablus, haben sich beispielsweise mehrere junge Menschen zu einer Jugendgruppe zusammengetan, um den Menschen in ihrer Stadt zu helfen. Ihnen war aufgefallen, dass die Bushaltestellen in einem sehr schlechten Zustand waren. Alte Menschen, schwangere Frauen oder kleine Kinder müssen oft lange auf den nächsten Bus warten, egal bei welchem Wetter. Im Winter regnet es hier oft heftig und stundenlang und im Sommer ist die Hitze unerträglich.
Die Gruppe beschloss, mehrere Unterstände zu bauen, um so den Menschen in ihrer Stadt zu helfen. Betreut und begleitet von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Quäker- Jugendprogramms begannen sie Kostenvoranschläge für die Unterstände einzuholen und sich mit den entsprechenden handwerklichen Tätigkeiten zu beschäftigen. Sie errechneten, dass eine Bushaltestelle einschließlich des Arbeitslohns etwa NIS 800 (140 EUR) kosten würde, Geld das sie nicht hatten. Die Arbeit übernahmen daher die jungen Männer selbst und für den Rest suchten sie Sponsoren, die für ihre Idee zu begeistern waren. Die Stadt unterstützte sie, indem sie die Standorte für die Bushaltestellen festlegte.
Inzwischen haben die jungen Männer acht Bushaltestellen mit Unterstand gebaut und sie sind stolz auf ihre Arbeit. In ihrer Stadt haben sie großen Respekt gewonnen und sie überlegen, wo sie sich demnächst hilfreich einbringen können.
So wie in Beita gibt es auch in anderen Städten in den letzten sechs Jahren mehr als 2.200 junge Frauen und Männer, die über das Quäker Jugendprogramm einen Beitrag für das Gemeinwohl leisten. Ein wichtiger Schritt, um ein positives Selbstwertgefühl aufzubauen, das sie auch in Zukunft tragen wird.


