Die Überzeugung der Quäker

Die Quäker fühlen sich der Gewaltfreiheit in Gedanken, Worten und Taten verpflichtet.

Sie setzen sich ein

  • für die Ächtung von Kriegen
  • für die Förderung friedlicher Konfliktlösungen
  • für Menschenrechte
  • für wirtschaftliche Gerechtigkeit

Sie stehen zudem in einer langen Tradition des praktischen Engagements für Menschen in Not. Sie tun dies nicht aus Mitleid, sondern aus der tiefen religiösen Überzeugung, dass kein Mensch in Armut leben muss und jeder ein Recht auf Frieden, Sicherheit, Bildung, Gesundheit und die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit hat.

Die Quäker verstehen sich als Anwalt der Menschen, deren Stimme nicht gehört wird. Das Ziel ihres Engagements ist, eine internationale Ordnung zu erreichen, die alle Menschen in Würde, Sicherheit und Freiheit leben lässt.

Warum engagieren sich die Quäker?

Die Quäker sind eine religiöse Gemeinschaft. Sie glauben, dass alle Menschen die Fähigkeit haben, mit dem „Göttlichen in uns" in Kontakt zu treten. Quäker geben diesem Glauben an die unmittelbare Verbundenheit des Menschen mit Gott durch ihr Handeln Ausdruck. Sie versuchen, ihren Glauben im Alltag zu leben. Sie fühlen sich der Wahrheit und der Einfachheit verpflichtet. Sie wollen redlich sein und versuchen, materiellen Zwängen zu widerstehen. Die Quäkergruppen in Europa lehnen Dogmen ab und haben keine Priester. Wesentlicher Bestandteil ihres Gottesdienstes ist die gemeinsame Andacht in der Stille.

Quäker glauben, dass jede Gewalt, jedes Machtstreben um seiner selbst willen, jeder Krieg dem Geist und der Lehre Jesu widerspricht. Deshalb verweigern Quäker seit der Entstehung ihrer Gemeinschaft vor mehr als 300 Jahren den Kriegsdienst.

Quäker handeln in der Überzeugung, dass alle Menschen die Möglichkeit haben müssen, ihre Fähigkeiten zu nutzen und ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten. Sie traten früh für die Beseitigung sozialer Missstände ein. So waren sie im frühen 19. Jahrhundert maßgeblich an Gefängnisreformen in England beteiligt.

Quäker-Hilfsaktionen für die Zivilbevölkerung gab es schon nach den Napoleonischen Kriegen und während des deutsch-französischen Kriegs 1870/71. Für ihre Hilfe in Europa nach beiden Weltkriegen erhielten die Quäker 1947 den Friedensnobelpreis.

Aus dem Friedenszeugnis der Quäker 1661

Allen Krieg und Streit sowie der Kampf mit  verletzenden Waffen, gleich zu welchem Zweck und unter welchem Vorwand, lehnen wir entschieden ab; dies ist unser Zeugnis für die ganze Welt. Der Geist Christi, von dem wir geführt werden, ist nicht wandelbar, so dass er uns einmal von etwas als schlecht abhält und uns ein anderes Mal gebietet, es doch zu tun; wir wissen sicher und bezeugen es der Welt, dass der Geist Christi, der uns zur Wahrheit weist, uns nie veranlassen wird, gegen irgend jemanden mit verletzenden Waffen zu kämpfen - nicht für sein Reich und auch nicht für die Reiche dieser Welt ... Unsere Waffen sind geistig und nicht materiell. Unsere Schwerter sind zerbrochen zu Pflugscharen und unsere Speere zu Sicheln, wie es prophezeit worden ist. Daher können wir nicht länger Krieg erlernen noch uns mit verletzenden Waffen wehren (Micha, 4,3) ...

A declaration from the people called Quakers presented to the king
(Deutsche Übersetzung 1984)

Häufig gestellte Fragen

Quäker FAQ

George Fox

Einer der Gründerväter der Quäker.

William Penn

Der bekannte Sprecher der Quäker im 17. Jahrhundert.