Das Engagement der Quäker in Deutschland hat Tradition. In den Notjahren nach dem Ersten Weltkrieg war die von amerikanischen und britischen Quäkern organisierte »Quäkerspeisung« für Millionen deutscher Kinder eine rettende humanitäre Großtat. Darüber hinaus halfen die Quäker in den Jahren des Terrors und der Menschenvernichtung von 1933 bis 1945 zahllosen Bedrängten, Bedrohten und Verfolgten, der Diktatur und dem Rassenwahn zu entfliehen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörten wiederum Quäker aus Großbritannien und den USA zu den ersten, die in das weithin zerstörte, hungernde und frierende Deutschland kamen, um die alltägliche Not der Besiegten zu lindern.

Bis heute verbinden viele Deutschen die Schulspeisung (Rosinenbrötchen, Kakao, Haferbrei) mit dem Wort „Quäker". Viele lernten die Quäker in der Nachkriegszeit als Helfer für Flüchtlinge, Vertriebene oder Heimkehrer kennen. Andere profitierten als Jugendliche oder Studierende von den Quäker-Nachbarschaftsheimen und Studierzentren oder vom Schulverbindungsdienst.

Nicht nur die materielle Hilfe der Quäker, sondern auch ihre geistige Unterstützung, ihr „offenes Ohr", ihre Bereitschaft, sich zu engagieren, ohne nach Freund oder Feind zu fragen, machten den Menschen im Nachkriegsdeutschland Mut und gaben ihnen neue Hoffnung.

All dies entsprang nicht einer besonderen Vorliebe der Quäker für Deutschland. Es war nur die Konsequenz ihrer vorbehaltlosen Bereitschaft, an allen Brennpunkten der Not Menschen zu helfen, unabhängig von Nationalität und Rasse, von religiösem Bekenntnis und politischer Einstellung. Dies ist bis heute so geblieben.

Prominente Stimmen zur Bildergalerie

 

Gedenktafel gegen das Vergessen

In einer Feierstunde am 16. Februar 2012 wurde in der Urachstaße in Freiburg eine Gedenktafel "Gegen das Vergessen" enthüllt. Die Tafel soll daran erinnern, dass ungeachtet der von Deutschen verübten Verbrechen von hier aus zwischen 1946 und 1949 ausländische Hilfswerke die notleidende Freiburger Bevölkerung mit überlebenswichtigen Gütern versorgten. Zu den Helfern gehörten auch die amerikanischen Quäker.

 

 

 

Lutz Caspers, Quäker und Gründungsmitglied der Quäker-Hilfe Stiftung, vor der Gedenktafel in Freiburg.

So können Sie helfen:

100 €
decken die Personalkosten für den Einsatz einer Trainerin oder eines Trainers in einem dreitätigen Friedensseminar für Schülerinnen und Schüler.
300 €
kostet die Schulung zum ehrenamtlichen Traumahelfer und Konfliktschlichter.

Jeder Euro hilft! Vielen Dank!

Zur Online-Spende

 

Die Hilfe der Quäker in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg

Bildergalerie

weitere Bilder